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Allgemeines aus der Floorballwelt

Passende Antwort auf Pokal-Aus

Das letzte Spiel des Jahres 2021 liegt jetzt auch hinter unserer Bundesligamannschaft und besser hätte es nicht enden können. In einer dominant geführten Partie gewann man mit 2:8 (1:4 ; 0:2 ; 1:2) gegen den Tabellenletzten BSV Roxel.

Es wurde relativ schnell klar wer das Spiel kontrollieren würde, gleich von Beginn an gab es eine Chance nach der anderen. Mit Max Pelke in der Mannschaft hatte man einen Spieler, der einen absoluten Sahnetag erwischte. Innerhalb der ersten drei Minuten erzielte er gleich zwei Tore, die noch lange nicht seine letzten waren. Zwar kassierte man in der 8. Minute den Anschlusstreffer der Gastgeber, doch Till Geiler per Penalty und einmal mehr Max Pelke erhöhten zur verdienten Pausenführung von 1:4.

Im zweiten Drittel ließ die Mannschaft den Druck auf Roxel nicht ab und erarbeitete sich wieder unzählige Chancen, doch einzig an der eigenen Chancenverwertung scheiterte man. Nichtsdestotrotz ließ man auf der anderen Seite hinten kaum Chancen zu, nur vereinzelt fanden die Gastgeber den Weg zu Goalie Timothy Lizotte, der sich im Mitteldrittel kein Gegentor fing. In der 24. Spielminute traf Jan-Paul Gersdorf nach gutem nachsetzen zum 1:5 und Ole Gerdsen sechs Minuten später zum 1:6.

Im letzten Drittel durfte sich dann Justus Appenrodt noch einmal im Tor beweisen, der seinen Job ebenfalls souverän absolvierte. Lediglich ein Gegentor bei Überzahl der Gäste ließ er zu. Währenddessen zeigte die Mannschaft weiter eine überzeugende Leistung mit viel Kontrolle und vielen weiteren Chancen, die nicht immer genutzt wurden. Dafür erwies sich aber das eigene Überzahlspiel als deutlich effizienter als in den Spielen zuvor. Beide Tore im letzten Drittel durch Jonathan Eidam und Max Pelke fielen aus dem Powerplay raus.

Es bleibt also spannend im Kampf um die Playoffs, gerade einmal sechs Punkte trennen die ersten fünf Mannschaften mit unserer Mannschaft auf Platz vier.

Und somit endet das Jahr 2021 verhältnismäßig früh für die Bundesligamannschaft. Das nächste Spiel gibt es am 15. Januar 2022 und es ist direkt ein Kracher. Gegner sind die Lilienthaler Wölfe im „Linie 4“ – Derby, die bis hierhin noch ungeschlagen sind. Es bleiben also ca. zwei Monate, um sich vernünftig auf das Kalenderjahr 2022 vorzubereiten.

An der Stelle möchten wir uns schon einmal bei euch, unseren Fans, bedanken. In der immer noch schwierigen Zeit mit Corona kamen wir alle halbwegs gesund durch und konnten immer auf eure Unterstützung setzen! Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr mit euch wieder an der Bande, bis dahin!

Start der Saisonvorbereitung

Nach der ungewohnt langen Pause starteten gestern unsere 1. Herren in die Vorbereitung für die neue Saison. Das komplett neu aufgestellte Trainerteam wird die Mannschaft bis zum Saisonstart am 11.09. auf die neue Saison vorbereiten.

Die Leitung des neuen Trainerstabs übernimmt dabei Andreas Kasche. Der langjährige Spieler der 1. Herren, freut sich nachdem er nach einigen Jahren Pause bei den 2. Herren gespielt hat, nun auf die neuen Aufgaben.

Als Co-Trainer unterstützen ihn dabei Fabian Stüble, welcher auch viele Jahren bei den 1.Herren gespielt hat und Steven Schweiger. Steven musste in diesem Frühling aufgrund einiger Verletzungen leider früh seine Spielerkarriere beenden, kann sich so aber dem neuen Trainerteam anschließen. Den Teil der athletischen Weiterentwicklung übernimmt Stelios Schaidl. Das neue Team wird komplettiert durch Sabine Westermann, welche die Mannschaft und den Trainerstab als Teammanagerin unterstützen wird.

Alle Spieler und Trainer freuen sich auf die kommenden Wochen der Vorbereitung und auf den Saisonstart. 

„Es freut mich riesig, dass wir es gemeinsam hinbekommen haben ein Team hinter dem Team zusammenzustellen. Diese strukturelle Neuausrichtung wird dabei helfen jungen talentierten Spielern aus Bremen eine Perspektive zu bieten Floorball als Leistungssport zu betreiben“, so der neue Cheftrainer Andreas Kasche.

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Lola im Interview

Hej Lola, du bist schon seit ein paar Monaten in Bjärred. Wie gut ist dein Schwedisch inzwischen?

Ich würde sagen schon sehr gut. Ich verstehe so ziemlich alles, auch wenn mal undeutlich gesprochen wird und wenn mir mal ein Wort nicht einfällt, dann kann ich es umschreiben. Da ich mit meiner Familie eigentlich jedes Jahr nach Schweden in den Urlaub gefahren bin, konnte ich schon ein paar Brocken Schwedisch und ich habe kurz nach meiner Ankunft angefangen, mit meiner Au-Pair-Familie Schwedisch zu sprechen. Daher ging das recht schnell.

Wie kam es eigentlich dazu, dass du jetzt in Schweden bist?

Nachdem mein FSJ dann nicht so lief, wie ich erhofft hatte, hat sich die Au-Pair-Stelle als Mittel zum Zweck angeboten. Ich wollte schon seit langer Zeit unbedingt nach Schweden.

Du darfst schon wieder mit einer Mannschaft trainieren – gab es da neidvolle Nachrichten aus Deutschland?

Ja, die gab es anfangs schon, auch von meinen Geschwistern. Aber das ist verständlich, ich wäre da auch neidisch.

Du hattest – wie alle Floorballspieler in Deutschland – vorher eine lange Pause. Wie war es nach den ersten Trainings?

Es war sehr schwer, wieder reinzukommen, auch weil die schwedischen Spieler so gut sind. Und die Bewegungen, besonders als Torwart, das auf den Knien herumrutschen, das machst du im normalen Alltag nicht. Für mich war es, als würde ich das alles nochmal neu lernen.

Wie oft bist du denn in der Halle?

Mit den Jungs trainiere ich zweimal, dienstags und donnerstags, und noch ein weiteres Mal als Teil des Trainerteams einer Mädchenmannschaft.

Hast du schon Unterschiede zum deutschen Floorball feststellen können?

Was mir auffällt, ist, dass hier alle Spieler technisch sehr stark sind und alle einen echt krassen Schuss haben. Und es geht viel körperlicher beim Spielen zu. Es ist normal, dass hier jemand über die Bande fliegt. Aber es ist schwer, das ganz genau einzuschätzen, denn bislang spiele ich hier mit 16- bis 19-Jährigen.

Aber umso stärker der Gegner ist, desto mehr lernt man doch, oder?

Ich hoffe, ich lerne viel. Aber wie viel es war, wird man wohl erst sehen, wenn ich wieder in Bremen trainiere.

Wie bist du eigentlich zum Floorball gekommen?

Früher Leistungsschwimmen und Boxen, dann wollte ich was Neues ausprobieren. Im Schulsport haben wir viel Unihockey gespielt und über meine Geschwister bin ich dann zum Probetraining beim ATS gekommen. Zu Beginn habe ich im Feld gespielt, aber ich war wirklich nicht gut. Während eines Trainings habe ich aus Spaß mit dem Torhüter getauscht und durfte dann beim nächsten Mal direkt als Torhüterin beim Großfeldteam mit trainieren.

Als ich zu dir recherchiert habe, ist mir aufgefallen, dass die Wischers eine echte Floorball-Familie sind.

Ja, meine beiden jüngeren Geschwister Wiesje und Keke spielen auch Floorball beim ATS. Ich bin durch sie erst dazu gekommen, Floorball zu spielen.

Wenn du bei Buntentor mit deinen Geschwistern zusammenspielen konntest, warum bist du dann zu Eiche gewechselt?

Mir hat es beim ATS immer sehr gut gefallen, weil es dort so familiär zuging. Aber irgendwann wollte ich mehr lernen und erreichen. Beim ATS war ich Kapitänin der U17 und eine Damenmannschaft gibt es dort nicht. Deshalb habe ich 2019 mit einer Zweitlizenz bei Eiche Horn angefangen und bin ein Jahr später, auch weil dort Matt und Noah die U21 Mannschaft trainieren, dorthin gewechselt. Ich habe seitdem super viel gelernt, wir sind doppelt Meister geworden mit den Damen – ich denke, dass das eine gute Entscheidung war.

Wie geht es bei dir denn weiter? Bis Ende Juli arbeitest du noch in Schweden.

Ich habe mich in Deutschland und Schweden um Studienplätze beworben. Ich würde gerne in Schweden bleiben und hier studieren, aber es gibt nicht so viele Studiengänge auf Englisch. Mein Schwedisch ist zwar gut, aber auf Schwedisch zu studieren, ist nochmal eine andere Sache. Im Grunde genommen weiß ich noch nicht, wo ich im Herbst sein werden.

Und wo möchtest du in Schweden studieren?

Ich habe mich in Stockholm, Lund und Uppsala beworben.

Was machst du denn derzeit, wenn du dich nicht um die Kinder deiner Gastfamilie kümmerst oder Floorball spielst?

Unter der Woche arbeite ich eigentlich nur und treibe Sport. Neben dem Floorball bin ich hier in Bjärred in einer Workout-Gruppe, die draußen trainiert. Und, so komisch das klingen mag, aber ich habe das Spazieren gehen echt zu schätzen gelernt. Ich kann stundenlang am Meer entlanglaufen, allein oder mit meinen Freunden, die ich hier habe. An den Wochenenden bin ich dann meist mit zwei anderen Au-Pair-Mädchen unterwegs und erkunde das Land und die Naturreservate. Inzwischen kenne ich so gut wie jedes Dorf in der Region.

Wenn wir wieder beim Thema sind – was gefällt dir an Schweden denn besonders?

Die Schweden sind Fremden gegenüber sehr offen und freundlich, jeder kommt auf dich zu, auch wenn du die Sprache nicht kannst.  Sie zeigen gerne, dass sie gut Englisch können.  Meine schwedischen Freunde habe ich zum Beispiel kennengelernt, als ich alleine spazieren war.

Was wirst du vermissen, wenn du wieder zurück nach Deutschland kommst?

Ich werde die Natur sehr vermissen, ich bin auch kein so großer Stadtmensch. Als wir vor kurzen in Stockholm waren, waren der Verkehrslärm oder das Geräusch einer Straßenbahn schon ganz ungewohnt. Ich glaube es wird ein kleiner Kulturschock zurückzukommen.

 

Das Gespräch führte Philipp Johannßen.

Philipp Johannßen, Jahrgang 1989, kam 2010 zum TV Eiche Horn und spielte dort erstmals im Verein Floorball. Bis 2014 spielte er bei der zweiten Mannschaft im Kleinfeld und im Großfeld. Anschließend verließ er berufsbedingt die Stadt, aktuell wohnt er in Mannheim, wo er auch seine neue Floorball-Heimat gefunden hat. Er arbeitet als Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und hat sich bereiterklärt monatlich ein Interview mit einem Mitglied unserer Abteilung zu machen.

Innebandy in Bjärred

Wie ihr vielleicht schon wisst, darf ich hier in Schweden nun auch schon seit ca. 2.5 Monaten Floorball spielen. Wegen Corona war auch hier von Oktober bis Mitte Februar das Training verboten, bis die Hallen dann für die Jahrgänge 2002 und jünger wieder eröffnet wurden. Eigentlich wollte ich mit einem Damenteam in Lund trainieren, aber da die Erwachsenen auch hier noch nicht trainieren dürfen, hat das leider nicht hingehauen. Dafür hab ich aber einen super tollen anderen Verein hier in Bjärred gefunden, der mich, obwohl sie kein Damenteam haben, sehr herzlich aufgenommen hat. Nun darf ich zwei mal die Woche mit den Jungs der JAS/HJ18 trainieren, also den Junioren, die in der Allsvenskan Liga spielen, der höchsten Liga für diese Altersgruppe. Außerdem helfe ich ein mal die Woche beim Training der Mädchen geb. 2002 und jünger als Goalietrainerin aus. Das Training hier läuft sehr anders ab als unseres in Deutschland und daran habe ich mich glaube ich noch immer nicht ganz gewöhnt. Aber auch zwischen den Trainings der zwei Teams, in denen ich hier bin, sehe ich große Unterschiede, was die Struktur, aber auch die Intensität angeht.
Dienstags und Donnerstags Abends fahre ich in die Bjärehovshalle, welche direkt in unserem mini Centrum liegt. Als ich das erste Mal darin stand, war ich richtig überwältigt, weil die wirklich cool aussieht und eigentlich nur für Floorball genutzt wird.
Mit den Jungs beginnen wir das Training immer mit einem individuellen warm machen; ein bisschen Warmlaufen, Kniekontrolle und Technik sind immer dabei. Daraufhin werden die Goalies warmgeschossen. Im Gegensatz zu unserem Training in Deutschland dauert das ganze vielleicht so 2 Minuten und wir machen keine großartigen Übungen mit Lauf und Pass sondern meistens stehen die Spieler einfach in einem Halbkreis um das Tor herum und schießen oder kommen einzeln von der Mittellinie ein, zwei Schritte auf das Tor zu und schießen. Und danach? Danach wird direkt gespielt. Wie bei richtigen Spielen benutzen wir die digitale Uhr und spielen so mit Zeit und zählen die Tore. Oft spielen wir in den Teams Bjärred gegen Lomma, da nicht alle Feldspieler aus unserem, sondern auch aus den umliegenden Dörfern kommen. Meistens geht es darum, wer am Ende des Trainings die Bande abbauen muss.
Zwischendurch werden dann Spielerische Übungen eingebaut, wie meine Lieblingsübung, die sich Varberg nennt, und die ich hoffentlich mit ins Training nach Deutschland nehmen kann.
Generell besteht das Training viel aus kleinen Wettkämpfen und aus dem Spiel an sich, was ich erst gewöhnungsbedürftig fand aber nun echt gern mag, da man immer in Aktion ist.
Was hier auch anders ist, ist natürlich die Intensität. Ich trainiere mit Jungs im Alter von 16 bis 19 Jahren und es gibt keinen einzigen, der nicht von der Mittellinie aus einen Schuss in den Winkel machen könnte. Eine extrem gute Technik und starker Schuss sind hier normal. Da hab ich schon einige schöne blaue Flecken kassiert. Manchmal find ich es etwas schwierig, mitzuhalten, aber ich gebe nicht auf. Für mich ist es bloß schwierig, dass die Jungs nicht wirklich mit mir reden, aber auch generell untereinander wird nicht viel geschnackt oder so. Das ist etwas anstrengend, da ich normalerweise ein Mensch bin, der beim Training gern viel mit seinen Mitspieler*innen redet und spaßt (aber natürlich trotzdem immer konzentriert bei der Sache ist :D ), wenn aber niemand mit mir redet bin ich schnell unmotiviert oder frustriert. Insgesamt sind sie aber alle echt nett, nur nicht so gesprächig. Meine Trainer hingegen reden sehr viel mit mir und sind ebenfalls super. Ach ja, das ganze Training findet natürlich auf schwedisch statt! Jetzt fragt sich Mensch vielleicht: aber Lola, wie machst du das denn? Ganz einfach: ich kann tatsächlich Schwedisch verstehen und sprechen. Das zu lernen ging super super schnell, da ich ein wenig Vorkenntnisse hatte und seit Ende meines ersten Monats auch mit meiner Familie hier ausschließlich schwedisch spreche. Beim Training der Mädchen bilde ich ein Trainerteam mit Jonas, wir beide kümmern uns um das Physis- und Goalietraining. Deren Training beginnt mit Warmlaufen gefolgt von Physis und Kniekontrolle, sowie einem längeren Goalie Warmup. Dann werden meistens einige spielerische Übungen gemacht. Währenddessen arbeiten Jonas und ich immer einzeln mit den Goalies und gehen auf ihre individuellen Schwächen und Stärken ein, wofür wir jede Woche eine Goalieübung vorbereiten. Danach gehen wir meistens direkt ins Spiel über, was hier also etwas kürzer ausfällt als bei meinem Training mit den Jungs.

Ich bin super froh, nun teil des IBK Bjärred zu sein, da alle Trainer*innen und vor Allem der Vereinspräsident mich mit offenen Armen empfangen haben und es mir großen Spaß bereitet, wieder in der Halle zu stehen.

Lola in Schweden

Huhu!

Ich bin´s, Lola! Einige von euch kennen mich wahrscheinlich aus der Damenmannschaft oder von den Zweiten Herren, aber für die die es nicht tun: Hallöchen! Ich heiße Lola und bin 19 Jahre alt. Anfang diesen Jahres habe ich mich aus persönlichen Gründen dazu entschieden mein FSJ in Bremen abzubrechen und nach Schweden zu ziehen.

Nun wohne ich schon seit einiger Zeit hier in Bjärred – einem wunderschönen kleinen Stranddörfchen in Skåne, also im Süden Schwedens. Hier arbeite und wohne ich momentan als Au-Pair bei einer tollen schwedischen Familie. In Bjärred gibt es nicht wirklich viel, wir haben hier nur einen kleinen Einkaufsladen, aber ich wohne nur circa 200 m vom Meer entfernt. Hier gibt es also jede Menge Natur und einen wunderschönen Ausblick, denn man kann von hieraus sowohl die Skyline von Malmö, als auch die von Kopenhagen betrachten. Vor allem Nachts sieht das echt atemberaubend aus.
Anfangs hatte ich ein bisschen Bedenken, dass es schwer sein könnte sich hier einzuleben, aber dies hat sich ganz schnell wieder gelegt, denn ich habe hier schon wunderbare Freunde gefunden und einige tolle Sachen erlebt.
Seit einiger Zeit kann ich hier nun auch endlich Floorball beim IBK Bjärred spielen. Hier in Schweden war der Trainingsbetrieb nämlich auch einige Zeit eingestellt, aber seit ein paar Wochen dürfen die Jahrgänge 2002 und jünger wieder trainieren. Also trainiere ich nun mit den U19 Herren zusammen, die in der Allsvenskan, also der höchsten Liga für ihre Altersgruppe, spielen. Außerdem engagiere ich mich einmal die Woche als Aushilfstrainerin bei den U19 Damen.

In der nächsten Zeit darf ich euch mit auf meine Reise nehmen und euch einen Einblick in mein Leben hier, mit allem was dazugehört, geben. Wie das Training hier so aussieht, wie gut mein Schwedisch ist und was ich den ganzen Tag so treibe, all das werdet ihr bald erfahren! Wer fragen hat, kann sich gerne bei mir melden. Euch noch einen wunderschönen, bunten Tag!

Eure Lola

Timothy Lizotte im Interview

Hallo Timothy, wie geht’s dir? Bist du bislang gesund geblieben?

Ja, ich bin gesund geblieben. Ich habe mich zweimal testen lassen, beide waren negativ. Aber inzwischen kennt man immer mehr Leute, die das Virus hatten.

 Vor kurzem kam die Absage der laufenden Saison – wie hast du darauf reagiert?

Mein erster Gedanke war: Ach, der Spielbetrieb wurde bislang noch nicht abgesagt? Ich wusste gar nicht, dass das noch nicht offiziell ist. Aber es war klar: Normalerweise würden jetzt die Playoffs beginnen, wobei wir noch eine halbe Saison zu spielen hätten. Wir hatten mit dem Thema schon ein bisschen abgeschlossen.

 Die abgebrochene Saison hatte für euch richtig gut angefangen…

Ja, das stimmt. Ich hatte das Gefühl, dass wir in den vergangenen Jahren nicht mehr besser, sondern eher etwas schlechter geworden sind. Das war jetzt anders. Wir sind auch mal als Außenseiter in die Partie gegangen. Das hat uns gutgetan. Vorher hatte man immer dieses Auftreten gespürt, dass wir doch eigentlich zu gut für diese Liga sind. Das haben wir gesagt und gedacht, aber nicht aufs Feld gebracht. Wir haben jetzt einen großen und jungen Kader und dadurch muss jeder sein Bestes geben und an sich selbst arbeiten, denn sonst ist ein anderer Mitspieler da, der den Platz einnimmt.

Wir haben jetzt eine andere, gesündere Mentalität und gehen mit mehr Biss aufs Feld. Denn wir sind nur so gut, wie wir spielen. Das bringt uns auf einen guten Weg. Wir haben auch keine Pflichtsiege mehr gehabt, sondern immer alles gegeben. Ich glaube auch, dass wir genug junges Blut haben, um diesen Trend für die nächsten Jahre zu erhalten.

 Was machst du mit der Zeit, die du sonst für den Floorball investiert hast?

Ich bin im Juni vergangenen Jahres Vater geworden und habe nun viel Zeit, mich um den Nachwuchs zu kümmern. Seit März bin ich in Elternzeit, die noch bis August geht. Im Moment tut es daher gut, an den Wochenenden nicht durch die Republik fahren zu müssen.

 Aber an den Online-Trainings nimmst du teil?

Ja, die Trainings zweimal die Woche mache ich mit. Es ist schön, die Kollegen zu sehen, auch wenn es nur über Zoom ist. Die Gemeinschaft im Team fehlt schon sehr.

 Für einen Torhüter ist es schwierig, alleine zu trainieren. Wie sieht dein Trainingsplan aus beziehungsweise welche Übungen machst du, um nicht einzurosten?

Ich jongliere, werfe den Ball gegen die Wand und fange ihn wieder auf. Wir haben versucht, ein gemeinsames Torhütertraining für zuhause zu entwickeln, doch mit unterschiedlichen Untergründen ist es schwierig.  Matthew hat sich sogar eine Ballschussmaschine gekauft und lässt sich damit zuschießen. Ansonsten gehe ich laufen, um fit zu bleiben. Ich bin sehr gespannt, wie es wird, wenn wir wieder trainieren dürfen und sich die Defizite aufzeigen. Das gute ist, dass wir einen niedrigen Altersschnitt im Team haben. Die jungen Spieler dürften besser aus der Krise kommen als die alten Recken.

 Wie kamst du zum Floorball?

Wie die meisten fing es in einer Schul-AG an im Mixed-Team mit kleinen Toren. Der AG-Leiter hat dann eine Sparte bei der SG Oslebshausen eröffnet und uns eingeladen. Dort habe ich in der U14-Liga angefangen und etwa zwei Jahre dort gespielt, zunächst noch als Feldspieler. Ins Tor bin ich nur aushilfsweise gegangen und habe das wohl ganz gut gemacht. Später übernahm ich bei den 1. Herren den Platz zwischen den Pfosten, du diese Position zu dem Zeitpunkt nicht besetzt war. 2005 wurde ich vom damaligen Eiche-Trainer David Makin zum Training eingeladen und habe auch die kommende Sommervorbereitung mit den 1. Herren bestritten. Zusammen mit Daniel Plate, der aus der Eiche-Jugend kam, habe ich dann einen festen Platz im Kader der Bundesliga Mannschaft bekommen.

 Neben Floorball bist du auch noch in einer anderen Sportart aktiv und erfolgreich. Erzähl doch mal.

Ich habe schon immer gerne hin und wieder Disc-Golf gespielt. Regelmäßig wurde es, seitdem es den Parcours in Woltmershausen gibt.  Meistens als Hobby, aber ich habe auch immer wieder Turniere gespielt. 2018 habe ich bei der ersten Bremer Meisterschaft gespielt und gewonnen. Vergangenes Jahr hat mein Bruder Jason den Titel geholt. Ich war nicht dabei, weil wir mit Eiche am gleichen Tag ein Spiel hatten. Für mich gibt es da eine klare Trennung: Disc-Golf spiele ich aus Spaß, Freude und Entspannung, beim Floorball zählt der Leistungsgedanke.

Richtig erfolgreich im Disc-Golf ist aber mein Bruder Simon. Er hat sich zu einem der besten Spielern der Welt entwickelt. Deshalb ist er dafür in die USA gezogen und verdient dort als Disc-Golf-Profi sein Geld.

 Hast du in den vergangenen Monaten häufiger Disc-Golf gespielt?

Als kontaktfreier Einzelsport im Freien ist Disc-Golf coronakonform, das stimmt. Und der Sport wird deshalb derzeit immer beliebter. Aufgrund der familiären Verpflichtungen habe ich selbst aber nicht mehr als sonst gespielt.

 Drei Torhüter im Team aber nur ein Platz zwischen den Pfosten – wie groß ist da der Wettkampf zwischen euch Kollegen?

Wir hatten die letzten Jahre schon immer mindestens zwei Torhüter und uns als Torwartteam verstanden. Das braucht man auch, um ein vernünftiges Training zu machen. Der, der nicht spielt, ist für den anderen da, um ihn anzufeuern und aufzumuntern. Der Spielanteil wird möglichst gerecht aufgeteilt. Justus als noch recht junger Torhüter wird noch herangeführt und hat eher die unterstützende Rolle, während Matt und ich die ersten beiden Torhüter sind. Er soll bei Gelegenheit seine Einsätze bekommen.

Allerdings war das nicht immer so wie jetzt. Mal wollten die Trainer, mal die Torhüter das anders ausleben. Aber das hat nur für schlechte Stimmung gesorgt.

 Du bist schon lange bei Eiche Horn und hast mit dem Team viel erlebt. An was erinnerst du dich denn besonders gerne zurück?

Es gab für mich zwei große Highlights, die ich nie vergessen werde. Einmal das Pokalspiel gegen MFBC Leipzig, wo wir als Zweitligist den Titelanwärter der 1. Bundesliga in der Verlängerung aus dem Wettbewerb geschossen haben. Das war damals die vollste Halle und das stimmungsreichste Spiel, das ich bisher erlebt habe. Ich bin ehrlich: Mich würde es richtig nerven, auswärts bei Eiche spielen zu müssen, mit den Zuschauern, die einen halben Meter neben dem Feld sitzen und reinbrüllen und dem ganzen Lärm (lacht).

Das andere war beim letzten Aufstieg, kurz vor meinem Auslandssemester, als wir DHfK Leipzig in der Relegation in zwei Spielen besiegten. Beim ersten Spiel im Leipzig war die halbe Abteilung mitgekommen, um uns zu unterstützen. Louis Schaidl hat damals das Spiel seines Lebens gemacht und alles gehalten, was es ging. Dann ging es ins Penaltyschießen und da ich den Ruf habe, ein Händchen dafür zu haben, bin ich reingekommen. Nur für die fünf Minuten am Ende. Ich habe bis auf einen alle gehalten, wir habe zwei verwandelt und gewonnen. Beim Rückspiel in Horn hatten wir eine dementsprechend breite Brust, ließen Leipzig keine Chance und haben sie aus der Halle gefegt. Anschließend haben wir mit allen eine große Aufstiegsparty gefeiert.

 Und was war der bisher größte Tiefpunkt?

Das war der erste Abstieg aus der 1. Bundesliga. Ich war als ich als junger Torhüter in eine etablierte Mannschaft gekommen, die regelmäßig um die Playoffs mitspielte. Als ich den Platz zwischen den Pfosten übernahm, war das Abenteuer plötzlich vorbei und Eiche musste runter in die zweite Liga. Das ging einem schon richtig nah, weil man sich eingestehen musste, das war einfach nicht gut genug. Das war richtig brutal.

 Du bist, wenn die Saison läuft, auch für die Spieltagshefte verantwortlich. Seit wann?

Vor ca. zehn Jahren habe ich die Aufgabe übernommen. Damals gab es noch kein Konzept und fest verteilte Rollen, inzwischen baue ich die Ausgabe nur noch zusammen und hier und da noch einen kleinen Insiderwitz ein.  Dafür brauche ich, wenn es gut läuft, zweieinhalb Stunden, wenn es Probleme gibt, sind es eher vier bis sechs Stunden. Über die Jahre ist es immer weniger Arbeit geworden, aber wahrscheinlich noch immer mehr, als ich müsste. Ich habe auch schon überlegt, die Aufgabe abzugeben, um mal ein Heft in den Händen zu halten, das nicht von mir ist.

 Du warst auch mal Trainer der zweiten Herren. Wie siehts mit einem Trainerjob in der Zukunft aus?

Gegen Ende meines Studiums habe ich als Trainer aufgehört, um mich auf meinen Abschluss zu konzentrieren und ins Berufsleben zu starten. Von der Arbeit her, eine junge Mannschaft weiterzuentwickeln, hat mir das schon sehr viel Spaß gemacht hat. Die Spieler haben sich weiter- und gegen manche Teams kleine Rivalitäten entwickelt. Da habe ich auch am Seitenrand total mitgefiebert. Ich habe mir schon Gedanken gemacht und kann mir gut vorstellen, wieder eine Mannschaft im Jugendbereich zu übernehmen und zu begleiten. Jetzt gerade ist die Zeit sehr knapp, weshalb es in den nächsten paar Jahren wohl eher nichts wird. Aber es ist nicht ausgeschlossen.

 

Das Gespräch führte Philipp Johannßen.

Philipp Johannßen, Jahrgang 1989, kam 2010 zum TV Eiche Horn und spielte dort erstmals im Verein Floorball. Bis 2014 spielte er bei der zweiten Mannschaft im Kleinfeld und im Großfeld. Anschließend verließ er berufsbedingt die Stadt, aktuell wohnt er in Mannheim, wo er auch seine neue Floorball-Heimat gefunden hat. Er arbeitet als Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und hat sich bereiterklärt monatlich ein Interview mit einem Mitglied unserer Abteilung zu machen.

Indoortraining für unsere Nationalspieler:innen

Moin Moin liebe Eiche Community, 

Leider befinden wir uns immer noch im Lockdown und hier ist es dementsprechend etwas Still geworden. Da zurzeit keine Teamtrainings erlaubt sind, möchte ich euch einen kleinen Einblick in das Einzeltraining von uns geben.Mit mir haben auch Nicolas, Matthew, Patrizia und Julia das Glück, in der Halle trainieren zu dürfen, da wir im Kader einer Nationalmannschaft sind. Wir haben zwei Trainingszeiten pro Woche, wobei immer zwei Personen zusammen trainieren können. Da mit Nico und Matt auch Torhüter dabei sind, rotieren wir die Gruppierungen durch, sodass jeder mal einen Feldspieler oder Goalie als Trainingspartner hat. 

Unsere Trainings bestehen hauptsächlich aus Schüssen, Pässen und Koordinationsübungen. Wir nutzen es, um uns an die Belastung in der Halle zu gewöhnen, wieder ein Gefühl für den Stock/das Tor zu bekommen und uns optimaler auf kommende Turniere vorbereiten zu können. Auch wenn wir über die Zeit versucht haben, unsere Möglichkeiten bei Homeworkouts so gut es geht zu nutzen, ist ein Hallentraining dadurch nicht zu ersetzen. 

Allerdings fehlt das Team eindeutig beim Training. Allein oder zu zweit gibt es nicht so viele Variationsmöglichkeiten, wir müssen vieles runterbrechen und komplexere Übungen gestalten sich schwierig, da Pass- und Anspielstationen fehlen. Dafür können wir vermehrt auf individuelle Dinge achten, die im Teamtraining häufiger untergehen. Es hat also auch Vorteile und ist in der momentanen Situation wohl der beste Kompromiss. 

Wir sind super dankbar, dass wir das Privileg bekommen haben, die Halle nutzen zu dürfen. 

Falls ihr nähere Einblicke bekommen möchtet, schaut doch mal bei @eichehornfloorball auf Instagram vorbei. Dort posten wir immer wieder kleine Impressionen aus unseren Trainings. 

Ich hoffe, es dauert nicht mehr allzu lange, bis wir uns alle gemeinsam in der Halle begrüßen dürfen. 

Viele Grüße und bleibt gesund! 

Katha

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